Gedanken hin! Gedanken her! Ich denke da eher an Datenverkehr
wie 100mal Frühling und verrückt nach Meer im März | wenn all
die kleinen Blümchen sprießen wünsche ich mir einen Weckruf Küssen
aber wild und zügellos: da schaust du wie ein Kamel mit einer Mandoline
zwischen den Hügeln bereit im Wüstensand die Zauberformeln zu singen
unberührt und mit plötzlichem Erscheinen des Wassers gleich einem Wal
aus dem Wasser schießend oder wie ein Lachs auf Spur der punktgenau
dort landet…
S
c
h
n
atmung
p
p
Schlagwort: bastian kienitz
Bastian Kienitz: 23.04.2012 [1.30Uhr]
Mein Garten ist ein Refugium aus .Guten Morgen. Gesprächen
& drum & dran, also .frischen .Buttercroissants, .einem Engel,
Klavierspiel sowie Wildereien am Abend zuvor:
(wie könnten wir sonst weiße Berge bemalen?) mit einem Yeti
zum Beispiel: ich stapfe davon, du hinterher, kleiner Barbar &
hinterlasse Spuren touch auf deiner Haut, die nur Comanchen
lesen können
Bastian Kienitz: Yachten
im Fokus, ein Mehr, an der Ostsee bei Deep
das Wasser fiel ruhig in Stufen gedacht
und rieb an der Mole, sehr fest und sehr tief
sehr ruhig in Form, fast zum Spiegel gemacht
fast gläsern im Sommer, modellhaft ein Schiff
es läuft in den Hafen und bricht wie ein Stern
im Wettlauf mit Wolkengebilden am Licht
an Schichten gelehnt, die am Himmel flimmern
so Segel ganz schnell in die Weite hinaus
an wärmeren Tagen bis hinter das Meer
aus flüchtigen Träumen zum Horizont raus
und fliege der Seeluft dem Meer hinterher…
Bastian Kienitz: Schupp den Aal
schupp den A a l schrupp durch deine Fingerglitschen am
Schenkel entlang diese Stromlinienform so ein Spitzmaul
von einem so etwas wie Fisch
so ein bisschen geschleckt an der heißgeriebenen Schote
verliert noch die Kiemen, die Luft zum Atmen,
die Elastizität beim Übergang vom Wasser zum Öl | ganz
steif wie der sich gibt
Bastian Kienitz: LINIENLAND
(Blankosonett)
in meinem Zimmer ist es praktisch einfach
puristisch konstruktiv, klar definiert
hier eine Ecke, übereck ein Spiegel
dazwischen Kreuzungspunkt und Bindeglied
aus Linien, Formen eines Vektorraumes
in einem Raum der Fläche zum Quadrat
und dessen leerer Kern um eine Mitte
die alles irgendwie zusammenhält
das ist Geworfensein in dieses Leben
an dem das ungreifbare Wirkgeflecht
wie Wellen an den Strand des Daseins spülen
nur nachts, da liege ich noch lange wach
und fühle, ich bin frei von jeder Sorge
wenn ich das Leben lebe, wie es ist…
Bastian Kienitz: Das Dachstudio
(Blankosonett)
der Bass schlägt schräg auf die Sekunde ein
ins Zwischendurch gevögelt bis zum Wahn
wirkt dieses Glas lichtbrüchig und erhitzt
wenn man ganz oben auf der Treppe steht
verliert die Maske ihren Sinn und Zweck
und die Gestalt erhebt sich lüstern selbst
auf das Podest und wird zum Mittelpunkt
der Tagesschau auf dem Dachstudio
das Fiftyfour gleich um die Ecke scheint
ein Licht aus Tausenden und einer Nacht
mit Charme, Schablone und von Angesicht
zu Angesicht, gemeißelt, bibeltreu
vielleicht auch frei von Mauern, alles gleicht
dem großen Plan: dem Ganzen scheingestellt…
Bastian Kienitz: Das Buch
das ist mein Buch, am Rand des hölzernen Tisches
mein Boden, auf den ich das Teeservice setze
die Ordnung zum Kreis einer Linie und Ecke
am Ende der Lehre, schlussendlich Verwischtes
dort steht auch die Kanne, chromblassgrau im Leben
meliert wie die Haare, die ich mit mir trage
doch alles wirkt ruhig, ringsum was ich habe
bleibt in sich gekehrt vom verwaschenen Reden
es ist jetzt vollbracht, meine Zeit scheint zu Ende
und alles was bleibt, sind die blattlosen Seiten
dort bin ich, dort war ich und dennoch beizeiten
bin ich das Stillleben im Schein deiner Hände…
Bastian Kienitz: 10.11.2012 [2.00Uhr]
Auf dem Tisch liegt er, wie etwas Gezähmtes, mit Zähnen,
mit messerscharfen Blickpunkten, an ihren Schenkeln ent-
lang kleine Perlen, klitzekleine vom Regen und rotgestürzte
Unterlippen von seiner Protagonistin: er liest am Biertisch
weiter vom Schreiben….
Bastian Kienitz: The Chair
der stuhl auf dem
du sitzt ist morsch
und auch die zeit
der Stuhl auf dem
du sitzt ist morsch
und auch die Zeit
hat ihre Spuren
hinterlassen
gefaltet hängst
du deine weißen
Hemden auf
und wünschst
dir dieses flatterhafte
Herz zurück
(vielleicht hat es dich längst
verlassen)
ich glaube nicht
dass es dich stört
den Neuanstrich
wird niemand wagen
und wie der Stuhl
wirst du zuletzt
zerbrochen einen letzten
Ausweg planen
bastian kienitz: Appolo und die Musen
das Ungeschriebene flüstern dieser Regen tropf tropf reden ohne Worte mit dem Augenaufschlag im Frühsommer oder lass es Frühling Winter sein auf deiner Insel hinterm Horizont das eine Blatt der Stift und das inmitten fröhlich tanzende Sehnsucht zerreißende Naturschauspiel auf der Rückseite des Mondes lass uns Blumen pflücken gehen die ich aus seiner Stille lese