Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.
Aktuelle Themen
Neue Textbeiträge
Matt S. Bakausky: Fett
Diese Geschichte ist mit Fett geschrieben. Sie handelt von Vergänglichkeit und zersetzt sich mit der Zeit von selbst. Ich bin ein Stück Fett. Ich mache Dinge die ein Stück Fett tut. Faul in der Ecke sitzen und verranzen. Ich hinterlasse Fettflecken wo hin ich auch gehe. Ich schäme mich kein Meter weit für meine Existenz. Ich bin keine Kunst, ich kann weg. Ich bin manchmal traurig, dass nicht mehr aus mir geworden ist. Vorallem wenn die Leute kommentieren: Schaut euch mal dieses eklige Stück Fett an. Aber was soll’s traurig hin; traurig her. Es ändert nichts an meinem innersten Sein....
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David Telgin: White Paintings
White Paintingsvon Rauschenberg 7 weiße Leinwändeund keine Farbe Nur Weiß Das im Tageslichtunterschiedlich wirkt Mit den Schattenvon den Besuchern.
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David Telgin: TV-Buddha
Nam June Paik (1974) Buddha,der sich selbst sieht Vordem Fernseher Videoinstallation Ein Kreislaufder nicht aufhört Im SpiegelIm Fernseher Du selbst.
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David Telgin: SOL
im Augenblick zählt das Licht, die Sekundenverlangsamen sich auf dem Flächenquadratin einem Raum zu dem Raum voller Größeden deine Augen schlussendlich erfassen hier rückt das Bild von dir selbst in das nächstegekritzelte Stück deiner Schaffenskraftwo deine Sonne kein Licht mehr benötigtbist du bereits bei dir selbst und ganz nackt für das gefrorene Meer, das von außensetzt du den Fluss in Natté weiter abund mischst den Malstift zum Grau dieser Wüste die uns umringt, jetzt wirkst du sentimentalund klopfst an die Tür, der Tür deines Herzensmit dem du fliegst, wenn du losgelöst bist
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David Telgin: John Cage 4’33
Musikstückin 3 Sätzen Avantgarde 4 Minutenund 33 Sekunden Kein einziger Ton Nur Stille Im schalldichten Raum,die zufälligen Geräusche Das Publikum,das sich selbst hört Stille,die spricht.
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Christian Knieps: Fluxus – der fließende Widerspruch
Die wichtigsten Komponenten von Fluxus Fluxus war weniger eine Stilrichtung als ein radikales Konzept von Kunst, das in den frühen 1960er-Jahren die Trennung zwischen Kunst und Leben auflösen wollte: Alles konnte Kunst sein, jeder konnte Künstler sein – und entscheidend war nicht das Werk, sondern die Handlung, das Momenthafte, gar das Flüchtige. Statt Gemälden oder Skulpturen schuf man Aktionen, kurze Performances, sogenannte „Events“, oft mit banalen Objekten, oft mit ironischer Geste – antikommerziell, antielitär und zudem antiautoritär. Interdisziplinär und intermedial verband Fluxus Musik, Theater, Sprache, Objektkunst und Alltagshandlungen, wobei nicht das Ergebnis, sondern der Prozess – das Tun selbst –...
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Bastian Kienitz: TAUROMAQUIA DE NAVAS DEL MADRANO
(dt. Stierkampf von Navas del Madrano) der rote Mond auf deinen leisen Lippenist eine Sonne bruchscharf schräg am Felldu hast mich ausgeweidet, leergetrunkenim ersten Akt der Szene wunder Punkt Beton gerührt und Kreide ausgegossenmit Öl gemischt und schwarzem Brückenteerder auseinanderbrach als wir Staub schlucktenim roten Regen alter Winterschwäche jetzt taut man auf und schwitzt schweißbadend Lungeim Happening Electric De‘-coll/ageder Adler fliegt die Sense | Katastrophe Raum contra Müll und Schnee, der leider fehltum eine Abfahrt in das Licht zu wagen:mors certa, Tod an einem Nachmittag…
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Bastian Kienitz: 7000 Eichen
Flu wie fluide Mauern, die durchbrechenden Stadtpark in zwei Hälften: Raum und Zeitdas Wachstum in den Mittelpunkt zu rückenich denke an Natur und fühl mich frei den Baum als erstes in mein Herz zu schließenklopft tropfend Regen durch den Blätterwaldund Wundersamen: Worte, die mir fehlen!wenn alles Naturell natürlich bleibt es war einmal ein Flügel, der jetzt krachtbis er die Flügel FLUXUS wiederfindetTon wird geschliffen, bis dort nichts mehr ist als Staub, Flut und Gezeiten in der Kunstsich selbst entfesselt weiter zu bewegen:ein Satz führt dieses Haiku ins Gebet…
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Andreas Prucker: Luxus oder Fluxus
Bodega = bin oft dumm ein großer Arsch.Ich muss ja nur noch mich ernähren.Oh Mensch und Gewalt, im Index deiner Gefühle.Trägst nun High Heels für Statuserweiterungenund bist befreiter vom evolutionären Programm.Nur dein Schubladendenken raubt dir dieses freie sein,da wir uns ja alle selbst darin sprachlich bewusst hinein zwängen,wie man als Mensch mit Luxusproblemen zu sein hat.Sozial diffamierend und in Spenden Gewalt kaschierend.Was man an humaner Selbsternährung halt so braucht.Ich habe jetzt ein Punkt für ein genaues auftreten erreichtund politisch geistig glaube ich falsch gewählt,königliches fatalistisches rettet mich.Doch leider.Bin oft dumm ein großer Arsch.
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Jasper Nicolaisen: Grönland
Ich bekräftige meinen anspruchauf grönlanddie bergeden schneedie sprachedie schlecht gelaunten einwohnerden brennenden himmelam morgendie lageauf dem wegvon beinahe überallnach so gut wie nirgendsdas trotzige verschwindenbjörkdie heißen quellenfünfzig poetenauf hunderttausend einwohnerdie fleischklößchen im möbelhausich beanspruche es sehrich bin die seltenste aller erdenich lege mich überall hinich entdecke auf langbooten amerikaich exportiere töpferwarenbis nach indienich habe die höchste depressionsrate der weltich habe einen eigenen tangogrönland grönlandüber allesüber alles in der weltblüh im glanze meines glückeskleines grönlandich verlange nicht vielnur einen der unwichtigeren nobelpreisevielleicht medizinich bin ein passabler herzchirurgoder wirtschaftcome onkönigliche akademievon grönland *atombombengeräusche* https://archive.org/details/j-nicolaisen-gronland
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Jenny Schon: Manchmal habe ich Angst
Schütze mein Gesichtvor den Gedankender anderendie mit Zeitgeist spuckenkleben dir Zeitenwendeans Hemd das einTotenhemd wird Ungefragtnehmen sie deine Zeitund stecken sie indie Waschmaschineder Meinungsmacheherauskommtmainstreamsie sagendu bist einverstanden und schon schreibenHistoriker Bücher
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David Telgin: Kalt
Luxus purim Überflussdie Verschwendung Dekadenzunbegrenzt Nichts als Himmel Armutund Mangelverarmt Es wirdnicht warm Dunkle Wolkenwohin man schaut.
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David Telgin: Luxus II
Sie redenvon Luxus Ein Rentnersucht im Mülleimernach Flaschenpfand Sie redenvon Wohlstand Vor der Tafelfrieren Menschenin Warteschlangen Sie redenvon Luxus Die Preiseund Mieten steigen Die Gewinnewerden maximiert Der Luxustriumphiert.
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Bastian Kienitz: Zimmer in New York
er liest, sie klimpert lautlos Farben, siehtdie leisen Töne auf der Tastatures fühlt sich fast gelangweilt an und nurihr Herz schwingt nah am Flügel, denn es fliegt soweit das Auge reichen kann. er liestgebannt im Sonntagsblatt, schaut auf die Uhrund sagt beiläufig, sicher, yes and surewenn er die Grafiken der Börse sieht sie träumt sich seufz, er soll mich hier und jetztauf diesem Stuhl oder dem Tisch, zerfetztentweder schnell das Kleid, das Zeitungsblatt ich bin es leid, ich habe ihn so sattwenn er nicht gleich auf meinen Tasten spieltzumindest aufblickt und mein Kleid ansieht…
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Bastian Kienitz: SPIRITS THROUGH TIME IX
und suchst du mich in jenen Geistern wiederwirst du nichts finden außer Staub und Tonin meinem eigentlichen Für-Befindenzu sagen, was ich denke, ist nicht neu den Zeitgeist Heute klar zu definierender dich von einem Trend zum andern schicktdamit wir Mode gleich uns modisch fühlenund angekommen sind im Hier und Jetzt das ist im Grund der Herren eigner Geistsich Bild für Bild den Himmel schön zu redenum ewig Avantgarde EN VOGUE zu sein scheint Sucht nach mehr der Ware Kernproblemund jeder Blätterfall im Winterregendie Überhitzung, die zum Himmel steigt…
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Bastian kienitz: Totale
Totale. Schadenwo die Blechlawinensich durch denHimmel stoßenfällt der Lackrückwärts zurückauf die Straßevom ganzen Glanzrecht mitgenommen
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Matt S. Bakausky: Gucci Baby
Bar oder Karte? Ich zahle mit meiner pinkfarbenen Kreditkarte. Eine neue Handtasche von Gucci. Mein neues Baby. Ich liebe sie jetzt schon mehr als alles andere auf der Welt. Ich nenne sie Gabrielle. Meine kleine Gabrielle. Ist sie nicht putzig? Ich streichle sanft über ihre Haut. Kann es kaum erwarten sie zu Hause zu füttern. Mit Kajal und Lippenstift, Taschentücher und einem Portmonee. Ist die kleine nicht hungrig? Wie niedlich Gabrielle dort liegt in ihrer Krippe. Wie das kleine Jesus Baby. Ich liebe Gucci Handtaschen, sie sind meine Babies. Neben Gabrielle, gibt es Josefine, Sandra, Michaela, Hannelore und Petra. Mit...
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Andreas Prucker: Uou0
Oh Luxus,Wegen Dir verliere ich meine bisherige kulturelle Zugehörigkeit,um weiter am gesellschaftlichen Kulturkrampf teilnehmen zu können. Ja 10 Jahre Arbeit nun so auf 3 min. lesen komprimiert.Also ein verdichten der Zeit und auch der Kosten?????und alles nur, für meine eingebildete Arroganz,um neu, unsichtbar als Tourist auf diesem Planeten zu leben. . … und tschüss.
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Andreas Prucker: Luxus
Luxus.Eine Vision ist eine Mission und zur Zeit gibt es nur Vergangenheit als Mission.Etwa das Weltall mit Segelschiffe zu erobern, oder es lebe die Struktur der Autoindustrie.Alle Visionen sind luxuriöse ökonomische Bilder, die uns Wachstum versprechen sollen, für unsere Art zu leben.Eine Vision hierzu ist Jules Verne: Wie schießt man ein Projektil zum Mond. Alle in dieser Geschichte sind Feuer und Flamme über die Größe der Waffe, der Kanone die das möglich erscheinen lässt und schon arbeiten alle am gelingen dieser Mission. Diese Geschichte zeigt, wie sich alle, Politik, Akademien, Militär, Kunst und Betriebe daran beteiligen, um sich zu bereichern.Ob...
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