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Eisenbart und Meisendraht ist das Literaturvermittlungsmagazin für geschundene Seelen. Jeden Monat wird ein neues Thema von unserem Schriftsteller*innenpool beackert und hernach in Radiowellen (Z) transformiert, in den Pod geschmissen und hier im Internet kybernetisch in den space gepresst.
Diese Seite ist gut, denn sie bietet eine einwandfreie Möglichkeit, in allen Beiträgen herumzustöbern, die im Rahmen von EB&MD veröffentlicht worden sind.

Aktuelle Themen

zu den Themen

“Ihre Frisur rizzt heute aber wirklich ausgesprochen gut” hat mal Frau Meisendraht zu mir gesagt, als ich morgens gerade völlig
"BÄMBÄMBÄM!" Es war erst zehn Uhr vormittags, als ich an meiner Detektei ein Klopfen hörte. Ich bellte: "WIR HAM JESCHLOSSN
"Spoiler-Alarm: Es gibt keine einzige (...) Definition der "Kunst"." (www.daskreativeuniversum.de)

Neue Textbeiträge

Beiträge Lyrik

Katrin Rauch: Tunnel

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Beiträge Lyrik

Jenny Schon: Manchmal habe ich Angst

Schütze mein Gesichtvor den Gedankender anderendie mit Zeitgeist spuckenkleben dir Zeitenwendeans Hemd das einTotenhemd wird Ungefragtnehmen sie deine Zeitund stecken sie indie Waschmaschineder Meinungsmacheherauskommtmainstreamsie sagendu bist einverstanden und schon schreibenHistoriker Bücher
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Kalt

Luxus purim Überflussdie Verschwendung Dekadenzunbegrenzt Nichts als Himmel Armutund Mangelverarmt Es wirdnicht warm Dunkle Wolkenwohin man schaut.
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Beiträge Lyrik

Bastian Kienitz: Luxus II

Sie redenvon Luxus Ein Rentnersucht im Mülleimernach Flaschenpfand Sie redenvon Wohlstand Vor der Tafelfrieren Menschenin Warteschlangen Sie redenvon Luxus Die Preiseund Mieten steigen Die Gewinnewerden maximiert Der Luxustriumphiert.
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Beiträge Lyrik

Bastian Kienitz: Zimmer in New York

er liest, sie klimpert lautlos Farben, siehtdie leisen Töne auf der Tastatures fühlt sich fast gelangweilt an und nurihr Herz schwingt nah am Flügel, denn es fliegt soweit das Auge reichen kann. er liestgebannt im Sonntagsblatt, schaut auf die Uhrund sagt beiläufig, sicher, yes and surewenn er die Grafiken der Börse sieht sie träumt sich seufz, er soll mich hier und jetztauf diesem Stuhl oder dem Tisch, zerfetztentweder schnell das Kleid, das Zeitungsblatt ich bin es leid, ich habe ihn so sattwenn er nicht gleich auf meinen Tasten spieltzumindest aufblickt und mein Kleid ansieht…
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Beiträge Lyrik

Bastian Kienitz: SPIRITS THROUGH TIME IX

und suchst du mich in jenen Geistern wiederwirst du nichts finden außer Staub und Tonin meinem eigentlichen Für-Befindenzu sagen, was ich denke, ist nicht neu den Zeitgeist Heute klar zu definierender dich von einem Trend zum andern schicktdamit wir Mode gleich uns modisch fühlenund angekommen sind im Hier und Jetzt das ist im Grund der Herren eigner Geistsich Bild für Bild den Himmel schön zu redenum ewig Avantgarde EN VOGUE zu sein scheint Sucht nach mehr der Ware Kernproblemund jeder Blätterfall im Winterregendie Überhitzung, die zum Himmel steigt…
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Beiträge Lyrik

Bastian kienitz: Totale

Totale. Schadenwo die Blechlawinensich durch denHimmel stoßenfällt der Lackrückwärts zurückauf die Straßevom ganzen Glanzrecht mitgenommen
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Beiträge Prosa

Matt S. Bakausky: Gucci Baby

Bar oder Karte? Ich zahle mit meiner pinkfarbenen Kreditkarte. Eine neue Handtasche von Gucci. Mein neues Baby. Ich liebe sie jetzt schon mehr als alles andere auf der Welt. Ich nenne sie Gabrielle. Meine kleine Gabrielle. Ist sie nicht putzig? Ich streichle sanft über ihre Haut. Kann es kaum erwarten sie zu Hause zu füttern. Mit Kajal und Lippenstift, Taschentücher und einem Portmonee. Ist die kleine nicht hungrig? Wie niedlich Gabrielle dort liegt in ihrer Krippe. Wie das kleine Jesus Baby. Ich liebe Gucci Handtaschen, sie sind meine Babies. Neben Gabrielle, gibt es Josefine, Sandra, Michaela, Hannelore und Petra. Mit...
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Beiträge Prosa

Andreas Prucker: Uou0

Oh Luxus,Wegen Dir verliere ich meine bisherige kulturelle Zugehörigkeit,um weiter am gesellschaftlichen Kulturkrampf teilnehmen zu können. Ja 10 Jahre Arbeit nun so auf 3 min. lesen komprimiert.Also ein verdichten der Zeit und auch der Kosten?????und alles nur, für meine eingebildete Arroganz,um neu, unsichtbar als Tourist auf diesem Planeten zu leben. . … und tschüss.
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Beiträge

Andreas Prucker: Luxus

Luxus.Eine Vision ist eine Mission und zur Zeit gibt es nur Vergangenheit als Mission.Etwa das Weltall mit Segelschiffe zu erobern, oder es lebe die Struktur der Autoindustrie.Alle Visionen sind luxuriöse ökonomische Bilder, die uns Wachstum versprechen sollen, für unsere Art zu leben.Eine Vision hierzu ist Jules Verne: Wie schießt man ein Projektil zum Mond. Alle in dieser Geschichte sind Feuer und Flamme über die Größe der Waffe, der Kanone die das möglich erscheinen lässt und schon arbeiten alle am gelingen dieser Mission. Diese Geschichte zeigt, wie sich alle, Politik, Akademien, Militär, Kunst und Betriebe daran beteiligen, um sich zu bereichern.Ob...
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Mein Kompliment

Dumein Kompliment Bei dirzu sein Mit dirmeine Zeitzu verbringen Dich lächelnzu sehen Deine Stimmezu hören Was könnteschöner sein?
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Beiträge Lyrik

Christian Knieps: Heimwerkerliebe

ich traf sie im Baumarkt ein Spitzengerät mit Schwung und Schleifgarantie eine Schutzmarke einzigartig und wortgewandt mit ihrer scharfen Zunge schliff sie mich rund und lag glatt in meinen Händen | ich nahm sie mit nach Hause und bin bis heute verliebt in ihre Kurven
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Beiträge Prosa

Christian Knieps: Die Kunst, sich gemeint zu fühlen

Es ist eine meiner Eigenheiten, die man an sich selbst zunächst gar nicht als besonders empfindet, weil sie sich so nahtlos in den Alltag fügen wie ein falsch eingehängtes Kleidungsstück, das erst auffällt, wenn jemand es einem geradezurückt, nämlich meine ausgesprochene Fähigkeit, anderen Menschen mit präzise platzierten, aufrichtigen und niemals übertriebenen, sondern stets aus einer ehrlichen Beobachtung heraus formulierten Komplimenten eine Freude zu machen – sei es über die feine Art, wie jemand eine Jacke trägt, die von innen zu leuchten scheint, oder über den Klang einer Stimme, die sich wie warmer Honig durch den Tag zieht. Doch gerade diese...
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Beiträge Prosa

Theobald Fuchs: Pünktlich am Kipppunkt

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Beiträge Hörspiele Musikstücke Radiostück

Mina Reischer: Du spielst wie du willst

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Beiträge Erzählung Prosa

Margret Bernreuther: Der Fächer mit dem Pandabären

Jeden Morgen, wenn ich die Wohnung verlasse entdecke ich unten auf der Ablage bei den Briefkästen neue Figürchen oder andere Haushaltsgegenstände.Oft sind es kitschige aber nicht besonders hochwertige Porzellanfiguren. Manchmal ein Gewürzglasrondell. Gestern stand ein Kochbuch zur Anleitung für fettreduzierte Ernährung dort.All diese Gegenstände sind sehr bunt zusammengewürfelt. So war neulich auch mal ein aufwendig bestickter Fächer in einer mit Stoff bezogen Schachtel dort zu finden. Auf dem Fächer zwei Pandabären, die unter einem blühenden Kirschbaum spielen. Die Kiste mit goldenen und roten Stoff besponnen. Auf den ersten Blick, insgesamt ein hübsches Ding, aber trotzdem konnte die Verpackung und Gestaltung...
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Beiträge Prosa

Katrin Rauch: Warum Potemkin keine Romane hätte schreiben sollen

oder:lest mich als buch
und reißt mich in seiten
vielleicht bin ich auch gar nicht
manuel neuer Ich bin gekommen, um euch die Wahrheit zu sagen, die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, die komplette, ungeschönte Wahrheit, lücken- und schonungslos, full disclosure, volle transparenz in my opinion to be honest. Es wird nichts vage und keine Antworten schuldig geblieben, keine Fragen offen gelassen sein und werden, kein Zweifel soll auf- … Ich bin gekommen und als offenes Buch will ich gehen, was sag‘ ich, als loser Stapel Zettel, Fetzen, Phrasen, Buchstaben. Ich werde mich komplett auseinandernehmen und ihr dürft mich nach Lust und...
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Beiträge Erzählung Prosa

Felix Benjamin: Bohemian Rhapsody

Ich fahre mit meiner großen Schwester in ihrem Auto zur Videothek. Das ist aus zwei Gründen aufregend, denn zum einen sehe ich sie nicht mehr so oft, seit sie ausgezogen ist. Bei jedem Besuch hat sie eine andere Haarfarbe, raucht eine andere Zigarettenmarke und stellt meinen Eltern fast jedes Mal einen neuen Freund vor. Sie ist groß und cool und ich will groß und cool sein. Aufgeregt bin ich aber noch viel mehr, weil die Videothek ein magischer Ort ist, ein Tor zu anderen Welten. Ich habe einen Mitgliedsausweis und deshalb von der Videothek zum Geburtstag einen Gutschein für eine...
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Potemkinsche Dörfer

Nach außendie schöne Fassade Erfolgreichdie Täuschung Schmutzige GeschäfteScheinfirmen und Scheinkonten Sie verkaufendir den Misserfolgnoch als Erfolg Die Geschäftelaufen weiter.
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Beiträge Lyrik

David Telgin: Nicht verstehen

Nicht wissen,was gemeint ist Böhmische DörferLandschaft voller Fragen Nichtein Wort Schade,aber morgenhöre ich das Gras sprechen.
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#0095 – Komplimente

“Ihre Frisur rizzt heute aber wirklich ausgesprochen gut” hat mal Frau Meisendraht zu mir gesagt, als ich morgens gerade völlig zerstört und mit tieffliegenden Augenringen (bei uns Papageyen ohnehin Dauerzustand) vom feiern heim kam, und sie schon wie immer über-pünktlich im Radio-Z-Redaktionsraum saß. Ein bisschen vergackeiert kam ich mir ja schon, aber irgendwie auch gut und verwegen.

Und da schließt unsere diesmalige Ausgabe quasi nahtlos an: Komplimente. Was sind sie, wer darf sie geben und wo hört der Spaß aber auch wirklich auf? Unsere beiden Radioknigges Eisi und Meisi nehmen sich dieser und vielen anderen Fragen an. Dazugeladen haben sie sich mal wieder die allseits beliebte und geschätzte Kollegin Fanny Weisenrat aus Wien, die uns von den Bergen herunter ihre ganz eigene Sicht in die Sendung hineinjodelt.

Wir fragen uns, ob Goethe eigentlich ein Incel war, schauen uns mal wieder ein wenig in der griechischen Mythologie um und komplimentieren auf mehrfachen Wunsch hin Damenbärte, dass es eine Art hat.

Dazu gesellen sich die Texte unseres Autor:innenpools, die aber auf die positiven Zuschreibungsklötze hauen, dass die Erde bebt. Dazu wird Chopin gereicht und zack, ist sie fertig: eine vollumfängliche Ausgabe von Eisenbart & Meisendraht.

einen interessanten Körpergeruch
wünscht ihnen
ihr Pappy, der Redaktionspapgey


Die Texte

Die Autor:innen

  • Christian Knieps
  • David Telgin
  • Bastian Kienitz
  • Andreas Prucker

Die Sprecher:innen

  • Hannes

#0094 – Krimi

„BÄMBÄMBÄM!“ Es war erst zehn Uhr vormittags, als ich an meiner Detektei ein Klopfen hörte. Ich bellte: „WIR HAM JESCHLOSSN VERDAMMTE SCHEISE!“ und exte meinen zweiten Bourbon. Die Käfigtür öffnete sich und dann stand sie im Raum. Diesen Anblick werde ich nie vergessen: das üppige Federkleid, der Schnabel scharf und doch sinnlich wie ein italienischer Rapier und Beinchen, ja, Beinchen bis zum Boden. Himmelherrgott, wahrscheinlich wird die Erinnerung an sie das Letzte sein, woran ich denken werde, bevor sie mich irgendwann mit den Krallen voraus hier raustragen. Sie krähte mir etwas entgegen und ich verstand sofort: Sie wollte Hilfe mit irgendeiner Sache. Hab für sie eine Redaktion gefunden, wo sie Texte veröffentlichen kann. Hab‘ seitdem nie wieder was von ihr gehört.Jedenfalls Eisenbart und Meisendraht haben die Sendung auch so wieder vollgekriegt. Unsere beiden Radiospurensucher:innen wühlen sich durch Vidocqt, über Whodunits, Poe, Max Frisch und wollen nichts mehr hören vom True-Crime-Hype. Und die große Frage der deutschen Literatur bleibt selbstverständlich nicht ungefragt: War Goethe ein Krimineller? So durchleuchten sie das Genre des Krimi bis in die tiefsten Poren, mit so ner Lampe, die direkt ins Gesicht des Genres, das kennen sie bestimmt, ist eine ausgebuffte Verhörmethode, sag ich ihnen. naja.

Unser original EBMD-Autor*innenpool hat wieder mal so viel durch die Farbbänder getackert, dass sich die Haare am Körper in die Senkrechte bewegen, nicht der Temperatur wegen, sondern eher so auf Suspense-Basis, glaub. Flankiert werden diese neuen Exklusivbeiträge von immer noch genießbaren Texten aus dem stetig sich erweiterndem EBMD-Archiv, denn auch schon früher wussten Menschen, wie man über Verbrechen respektive deren Aufklärung schreibt.

Halten Sie Augen und Ohren offen!
Ihr Pappy, der Redaktionspapgey


Die Texte

Die Autor:innen

Die Sprecher:innen

#0093 – Kunst (Gast: Hr.Knödel)

Atemberaubend! Überall Striche, jedes Barthaar ist erkennbar! Ganz, ganz wunderbar mein Herr. So oder so ähnlich klang es wohl des Öfteren in Albrecht Dürers Atelier am Albrecht-Dürer-Platz, wenn wieder rot besamtete Patrizier aufliefen, um dem jungen Altmeister eines seiner Werke unterm Hintern wegzukaufen. Kunst halt!

Und in genau diese Stiefel ziehen sich unsere beiden Radiokurator:innen Eisi (remote) und Meisi (on-site) an und stapfen los in die wirren der Kunstgeschichte, die ja bekanntlich so alt ist, wie der Traum vom fliegen, der ja seinerseits auch schon einige Lenze zählt. Da Herr Eisenbart mal wieder unpässlich ist, hat er uns ein Lexikon der Kumfstbegriffe erstellt, in das wir auch gerne mal hineinhören.

Frau Meisendraht indes hat sich im Schnelldurchlauf die gesamte westliche Kunstgeschichte in den Schlund gestopft und göbelt sie uns, einer Vogelmutter gleich,  ganz frisch-fröhlich in die Schnäbel. Das tut sie aber nicht alleine, denn zu zweit ist einfach besser: Herr Chillbert Knödel vom “Uhu-Ball-institut für zeitvergessene Knust” hat sich bereit erklärt, uns seine Expertise in Form von hinein geworfenen Kommentaren zur Verfügung zu stellen, was wir natürlich mit Handkuss annehmen, gefälligst.

Es soll also von der Steinzeit über die Antike bis hin in die Jetztzeit um alles gehen, was die Kunstgeschichte so hervorgebracht hat: Wehrkirchen, Individuen und Genies, Ohren und Brunnen spielen Rollen in dieser ziselierten Revue des Ausdrucks. Und am Ende definieren wir sogar den Kunstbegriff.

Natürlich wieder dabei: Die schillernden Texte unseres original EBMD-Autor:innenpools, die um uns in einem schwindelerregenden Reigen herumtanzen und unsere Herzen erfreuen. 

Prösterchen

Ihr Pappy, der Redaktionspapgey

Die Texte

Die Autor:innen

Die Sprecher:innen